Die sechste Antragsphase des Innovationsfonds zur Umsetzung der Kirchenkreiskonzeption ist beendet

Nach dreieinhalb Jahren ist die letzte Antragsphase des Innovationsfonds zur Umsetzung der Kirchenkreiskonzeption der Ev. Kirche in Essen zu Ende gegangen. Auch in der sechsten und letzten Antragsphase gingen wieder sehr inspirierte und inspirierende Anträge ein.

So hat der KSV folgende Anträge bewilligt:

„Förderung der popularen Kirchenmusik im Evangelischen Kirchenkreis Essen in Kooperation mit dem Bistum Essen“

Ziel des Antrags ist die Errichtung einer Kirchenmusikerstelle zur Förderung der christlichen Popularmusik (Gospel, Jazz, Rock, Pop, Neues geistliches Lied, u.a.) in Kooperation mit dem Bistum Essen. Das Bistum wird Träger der 100% Stelle. Der Stellenanteil der Evangelischen Kirche an dieser Stelle beträgt 25%. Inhaltlich soll dieses Kooperationsprojekt v.a. Multiplikatoren- und Coachingtätigkeiten durchführen, um Bands und Musiker*innen in den Gemeinden zu unterstützen und vorhandene Ensembles musikalisch zu fördern bzw. zu vernetzen. Darüber hinaus sind gemeinsam gestaltete Gottesdienste und Veranstaltungen ebenso vorgesehen wie eine gemeinsame Nutzung von Proberäumen und technischer Ausstattung. Der Beginn dieses Projekts ist für 2022 geplant, die Förderhöhe beläuft sich auf 75.000 Euro, die Projektlaufzeit beträgt 3 Jahre, Ansprechpartner ist Kreiskantor Thomas Rudolph.

Kaffee E-Fahrrad für den Kirchenkreis (Velo Café)“

Ziel des Antrags ist eine sichtbare Beteiligung von Gemeinden und GÜDs am Stadtgeschehen und bei städtischen Veranstaltungen. Das Velo Cafe ist eine, zu einem Barista-Fahrrad umgebaute, Rikscha der Neuen Arbeit der Diakonie und kann als mobile Begegnungsstätte bei der Verwaltung im Haus der Kirche ausgeliehen und in der Gemeindearbeit eingesetzt werden. Das Projekt „Velo Cafe“ möchte das Thema Mobilität in Essen nachhaltig fördern. Die Fördersumme beträgt 15.000,– Euro, die Projektlaufzeit beträgt 3 Jahre. Das Projekt „Velo Cafe“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Verwaltung mit dem Projekt Ehrenamtsmanagement.

„Gott ist da – Begleitung in besonderen Lebenslagen“

Ziel des Antrags ist es zum einen, das rituelle Angebot kirchlicher Begleitung in besonderen Lebenssituationen wie z.B. bei Schwangerschaftsabbrüchen, Fehlgeburten, Scheidungen, Begleitung von Todesfällen nach vorangegangenem Kontaktabbruch u.a. in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Zum anderen zielt der Antrag auf eine Qualifizierung dieser seelsorglichen Arbeit sowie einer stärkeren Vernetzung der Angebote im Kirchenkreis. Hiermit verbunden sind Überlegungen zur Nutzung evangelischer Friedhöfe als „Orte der Hoffnung“. Die Fördersumme beträgt 49.206,– Euro. Das Projekt ist auf 3 Jahre angelegt, Ansprechpartnerin ist Pfarrerin Elisabeth Müller.

„Tool-Pool & Weiterbildung in der Arbeit mit Konfirmand*innen“

Ziel des Antrags ist eine fachliche Begleitung gemeindlicher Arbeit mit Konfirmanden und Konfirmandinnen sowie die Weiterbildung der Mitarbeitende in diesem Arbeitsfeld. Bei der Umsetzung des Antrags steht – neben der fachlichen Begleitung und Weiterbildung der Mitarbeitenden – die Entwicklung, der Aufbau, die Pflege sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung einer digitalen Online Sammlung von Ansätzen und Methoden, inkl. digitaler Tools für die Arbeit mit Konfirmand*innen im Vordergrund. Die Teilhabe und Mitbestimmung der Nutzer*innen am Aufbau der inhaltlichen Schwerpunkte ist ausdrücklich erwünscht. Nach Ablauf der dreijährigen Förderung sollen die Ehrenamtlichen soweit geschult sein, dass die Arbeit ohne hauptamtliche Unterstützung weitegeführt werden kann. Die Fördersumme für dieses Projekt beläuft sich auf 66.920,– Euro, die Projektlaufzeit beträgt 3 Jahre. Das Projekt wurde über die Synodalbeauftragte für Konfirmand*innenarbeit im Kirchenkreis, Pfarrerin Nele Winkel, in Abstimmung mit der Evangelischen Jugend Essen und dem Weigle Haus entwickelt.

„Projektstelle Events mit Konfis, Veranstaltungen für Gemeinden und mit Konfirmand*innen im Kirchenkreis, angebunden an das Weigle Haus“

Ziel des Antrags ist es, Gemeinden im Kirchenkreis eine Möglichkeit zu bieten, um mit ihren Konfirmand*innen alternative Formate neuer Begegnungsformen zu erleben und um den Konfirmand*innen, Mitarbeiter*innen, Teamer*innen und Pfarrer*innen neue Erfahrungsräume zu eröffnen. Solche Formate sind z.B. Freizeiten (Konfi-Camps), Gottesdienste und Tagesveranstaltungen. Die Inhalte dieser Veranstaltungen werden milieusensibel und in einer jugendgemäßen Form vermittelt. Eine nachhaltige, vernetzende Arbeit mit Konfirmand*innen und Jugendlichen wird angestrebt. Das Projekt ist angebunden an das Weigle Haus und wurde in Absprache mit dem Projekt „Tool- Pool & Weiterbildung in der Arbeit mit Konfirmand*innen“ entwickelt. Beide Projekte werden in Kooperation der Synodalbeauftragten Pfarrerin Nele Winkel, der Evangelischen Jugend Essen und dem Weigle Haus umgesetzt. Ansprechpartner im Weigle Haus ist Pfarrer Rolf Zwick. Die Förderhöhe beträgt 95.300,– Euro. Die Projektstelle „Events mit Konfis“ ist auf drei Jahre angesetzt. Ein begleitender Beirat für beide Projekte soll gebildet werden.


Alles in allem wurden in den vergangenen drei Jahren 21 Projekte durch den Innovationsfonds auf den Weg gebracht. Insgesamt standen 1 Million Euro zur Verfügung. Die Förderhöhe für alle bewilligten Projekte beträgt insgesamt 943.065,67 Euro. Davon wurden in den ersten fünf Antragsphasen 641.639,67 Euro und in der sechsten Antragsphase noch einmal 301.426,– Euro bereitgestellt. Aktuell verbleiben damit 56.934,33,– Euro im Topf des Innovationsfonds. Das ist fast eine Punktlandung.

Nun geht es darum, dass alle bewilligten Projekte ihr innovatives Potential in die Neuausrichtung des Kirchenkreises einbringen. Auf diesem Weg begleiten die Mitglieder des AK Zukunft jedes Projekt individuell und sorgen für eine Vernetzung der Projekte untereinander. In diese kontinuierliche Begleitung sind alle Projekte eingeschlossen, das heißt, dass neben den laufenden bzw. zeitnah startenden Projekten auch die Projekte eingeschlossen sind, die bereits ausgelaufenen sind und ohne Projektförderung aus dem Innovationsfonds weitergehen wie z.B. die Projekte „Mailseelsorge“, „Transkulturelle Gemeinde im Weigle Haus“, „Segensfeiern für Neugeborene“ u.a..

Neben der Vernetzung der einzelnen Projekte untereinander spielt zukünftig auch die Vernetzung mit den Gemeinden sowie den gemeindeübergreifenden Diensten eine zunehmend wichtige Rolle.

Die Situation „rund um Corona“ hat in den vergangenen Monaten die Arbeit einiger Projekte beschwert bzw. deren Start verzögert. Insgesamt kann allerdings festgestellt werden, dass die Projekte schon jetzt wichtige Impulse in den Kirchenkreis und in die Landeskirche gesetzt haben. So wurde das Projekt „Segensfeiern für Neugeborene“ und das Projekt „Transkulturelle Gemeinde im Weigle Haus“ in die geförderten Projekte der sogenannten Erprobungsräume der Rheinischen Landeskirche aufgenommen. Das Projekt „Ehrenamtsmanagement“ geht neue Wege in der Gewinnung Ehrenamtlicher im Kirchenkreis und das Projekt „Lebenspuren begleiten“ erfreut sich eines regen Interesses von ehrenamtlichen Menschen, die sich seelsorglich ausbilden lassen möchten.

Aktuell gehen wir von einer Laufzeit der zuletzt bewilligten Projekte bis 2024 aus. In 2024 werden somit alle bewilligten Projekte beendet und hinsichtlich ihres innovativen Potentials ausgewertet sein. Bis dahin gilt es Wege zu finden, wie die Projekte finanziell verstetigt werden können, die sich als zukunftsweisend für den Kirchenkreis erwiesen haben.

Auf das wir gemeinsam dafür Sorge tragen ein lebendiger Kirchenkreis zu sein und – mit Gottes Hilfe – zu bleiben.

Michaela Langenheim

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