Die letzte Antragsphase des Innovationsfonds läuft in Zeiten von Corona

Keiner hätte Anfang 2015, beim Start unseres Konzeptionsprozesses, damit gerechnet, dass wir in naher Zukunft eine weltweite Corona-Pandemie mit all ihren Auswirkungen erleben würden. Damals haben sich rund 200 Menschen aus dem Kirchenkreis und der Stadtgesellschaft auf den Weg gemacht, um eine Kirchenkreiskonzeption der Evangelischen Kirche in Essen zu entwickeln. Ein Ergebnis dieses Prozesses war die Einrichtung eines Innovationsfonds. Am 31. Dezember 2019 wurde die 5. Antragsphase abgeschlossen – welche Projekte bewilligt wurden, lesen Sie in diesem Beitrag.

Ebenso, warum es sich lohnt, gerade jetzt noch ein innovatives Projekt auf den Weg zu bringen und Fördermittel zu beantragen: Die 6. und letzte Antragsphase wurde wegen der Pandemie bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.

Doch zunächst ein kleiner Rückblick: Grundlegend für die beabsichtigte Neuausrichtung des Kirchenkreises wurden die drei Säulen „Befähigung/Empowerment“, „Anwaltschaft/Advocacy“ und „Beteiligung/Partizipation“. Neben diesen drei Schwerpunkten sind die ehren- wie hauptamtliche Personalentwicklung, eine breit aufgestellte Öffentlichkeitsarbeit, die der Herausforderung der Digitalisierung Rechnung trägt, sowie weiterführende, aus der Konzeption erhobene Kriterien, Kennzeichen dieser Neuausrichtung.

Die Umsetzung dieser gemeinsam entwickelten Konzeption startete im Juli 2017 im Rahmen eines mit 1 Million Euro dotierten Innovationsfonds. In den ersten vier Antragsphasen wurden dreizehn Anträge eingereicht und auf den Weg gebracht.

In der 5. Antragsphase, d.h. bis Ende 2019, wurden drei weitere richtungsweisende Projektideen für eine Förderung vorschlagen und mittlerweile durch den Kreissynodalvorstand bewilligt. Zum ersten Mal wurde in dieser Antragsphase auch ein Projekt zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit eingereicht. Dieses Themenfeld wurde in der Konzeption nicht ausdrücklich berücksichtigt, stellt aber nach Meinung des Kreissynodalvorstandes einen weiteren und sehr bedeutsamen Aspekt zukunftsfähiger kirchlicher Arbeit dar. Bewilligt wurden folgende Projekte:

1) Grüner Kurierdienst – Evangelisch in Essen
Ziel dieses Projekts ist die Unterstützung von Gemeinden, damit diese ihre wöchentlich anfallende Küsterpost aus dem Haus der Kirche über einen Kurierdienst im Kirchenkreis erhalten. Der Transport der Küsterpost erfolgt durch ein Elektroauto bzw. ein E-Bike. E-Auto wie E-Bike werden dienstlich auch anderweitig genutzt und sind ein Baustein einer umweltfreundlichen Ausrichtung des Kirchenkreises. Dauer des Projekts: 3 Jahre, Fördersumme: 23.150,– Euro

2) „An(ge)kommen im Stadtteil“ – im Quartier zusammenleben. Aufbau von interkulturellen Männergruppen
In diesem Projekt wird eine interkulturelle Männergruppe mit und ohne Flüchtlingshintergrund im Nord-Westen der Stadt aufgebaut. Dieses Projekt für Männer wird getragen von den evangelischen Kirchengemeinden Borbeck-Vogelheim und Dellwig -Frintrop – Gerschede in Zusammenarbeit mit der Männerarbeit der EKiR. Nach dem Aufbau erster Männergruppen sollen Schlüsselpersonen zur Begleitung dieser Gruppen gewonnen und geschult werden. Dieses Projekt ist offen für weitere Gemeinden und Männergruppen. Dauer des Projekts: 2 Jahre, Fördersumme: 51.188,92 Euro

3) „Lebensspuren begleiten“ – Aus- und Fortbildung in Seelsorge für Ehrenamtliche
In diesem Projekt wird das zentrale Konzeptionsanliegen der Begleitung und Enzwicklung des Ehrenamts Rechnung getragen. Ziel des Projekts ist der Aufbau einer modular aufgebauten Aus- und Fortbildung ehrenamtlicher Seelsorger*innen für den Dienst in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Kirchengemeinden. Dauer des Projekts: 3 Jahre, Fördersumme: 129.860,– Euro

Somit wurden bisher insgesamt 641.639,67 Euro in 16 bewilligten Projekten zur Verfügung gestellt. Ein gutes Ergebnis und ein engagiertes Tun von vielen Aktiven im Kirchenkreis! Ihnen allen sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt für ihr Mitdenken und Mittun.

Am 31. Dezember 2019 fand die 5. Antragsphase ihren Abschluss. Seit März dieses Jahres, seit dem sogenannten Shutdown, hat sich vieles in unserer Gesellschaft verändert und die Auswirkungen der Pandemie sind in den meisten Bereichen noch nicht absehbar. Die Frage nach der „Systemrelevanz von Kirche“ wurde in den vergangenen Wochen gestellt und auch die schon in 2019 stark angestiegenen Kirchenaustritte machen deutlich, dass wir weiterhin ge- und be-rufen sind, die biblische Botschaft zeitgemäß „unter das Volk zu bringen“. Gerade in dieser Zeit gilt es mutig und fantasievoll zu zeigen, was es bedeutet Christ und Christin zu sein und warum es sich lohnt, mit der Bibel ins Gespräch zu kommen.

Sicher haben auch Sie in den vergangenen Monaten manche neue Erfahrung gemacht und Neues entwickelt. Damit Sie Ihre Erfahrungen nutzen und zukunftsweisenden Projekte auf den Weg bringen können, hat der Kreissynodalvorstand die letzte Antragsphase des Innovationsfonds um ein halbes Jahr verlängert. Das bedeutet, dass bis zum 31. Dezember 2020 Anträge an den Innovationsfonds eingereicht werden können. Für diese letzte Antragsphase stehen aktuell noch 358.360,33 Euro zur Verfügung.

Eine stattliche Summe, bei der es sich lohnt, einen Antrag zu stellen, um die in den vergangenen Wochen gemachten Erfahrungen in ein Projekt zu gießen – sei es in der Nachbarschaftshilfe, im Blick auf die Nutzung Sozialer Medien im Gemeindealltag und in den Gemeindeübergreifenden Diensten, sei es im Blick auf  Kooperationen mit Nachbargemeinden und/oder anderen sozialen Trägern. Viele Projekte sind denkbar und Sie wissen selber am besten, welcher neue Impuls sich in ihrem Bereich Bahn gebrochen hat, der für eine ertragsreiche Arbeit in den kommenden Jahren richtungsweisend sein könnte.

Von daher: Seien Sie mutig, gehen Sie bewusst auf Spurensuche und nutzen Sie die letzte Antragsphase, um Ihr Projekt finanziell auf den Weg zu bringen. Alle wichtigen Informationen finden Sie auf dieser Seite. Bei Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit gerne als Ansprechpartner zur Verfügung; Sie erreichen mit per Mail unter Michaela.Langenheim@ekir.de, Telefon 0201 2205-850.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Schwung bei der Entwicklung Ihres Projekts zur Neuausrichtung der Evangelischen Kirche in Essen!

Michaela Langenheim

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